Marc Rosenberg ist Synchronsprecher aus München sowie Buchautor des Zeitreise-Abenteuers „Eliot Holtby und das Universum der Vergangenheit“. Wir haben ihn bei der Retrobörse im Speyerer Technik Museum im Januar bei seiner Lesung gesehen.
Danach haben wir uns gefragt, was ein Autor in der Freizeit macht und wie er dazu kommt, Bücher zu schreiben. Deswegen haben wir Marc Rosenberg interviewt.
Herr Rosenberg, wieso wollten Sie das Buch „Eliot Holtby“ schreiben und veröffentlichen?
Die Geschichten um „Eliot“ geisterte schon sehr viele Jahre in meinem Kopf herum, denn ich wollte ein Buch für Kinder schreiben. Am liebsten über einen Jungen, der plötzlich in ein Abenteuer gerät, von dem er nicht ahnte, dass so etwas möglich sein könnte. Sein ganzes Leben wird dabei auf den Kopf gestellt: Er muss Dinge tun, die er sich bis dato nicht vorstellen konnte. Außerdem ahnte er nichts davon, dass er so viele außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt und er einer Familie entstammt, die sehr außergewöhnlich ist und ein großes Geheimnis in sich trägt.
Wie genau sind Sie auf die Idee mit der Hauptfigur Eliot gekommen?
Eliot ist mir tatsächlich im Traum erschienen. Ich hatte vor einigen Jahren einen Traum von einem kleinen, schmächtigen Jungen, der in einem Zirkus lebt und dort von einem alten Clown versteckt wird, weil irgendjemand hinter ihm her war. Daraus habe ich dann seinen Ziehvater Hilarius Winterbird entwickelt, der Eliot vor seiner bösartigen Tante, der Hexe Euphemia La Croix verstecken muss, die ihm nach seinem Leben trachtet. Die Idee habe ich tatsächlich mitten in der Nacht, nach dem schreckhaften Aufwachen, weil Eliot in meinem Traum vom Drahtseil gefallen war, niedergeschrieben und mir viele Stichpunkte notiert. Neben meinem Bett ist ein kleiner Tisch, auf dem immer Zettel und Stifte liegen, so dass ich jederzeit meine Einfälle aufschreiben kann. Und so ist die Grundidee von Eliot Holtby entstanden. Ich wollte aber eben nicht einfach nur einen weiteren Abenteuerroman schreiben, in dem ein Junge die Welt retten muss, sondern ich wollte etwas Besonderes erfinden. Und nach einigem Überlegen, bin ich dann auf die Berühmtheiten der Weltgeschichte gekommen, die meinem Helden bei seinen Reisen hilfreich zur Seite stehen könnten. So habe ich meine beiden Leidenschaften kombiniert: Schreiben und Geschichte.
Für wen haben Sie das Buch geschrieben?
Das Buch habe ich für alle Kinder dieser Welt geschrieben, um ihnen zu zeigen, dass sie für ihre Träume kämpfen sollen, um glücklich zu werden. Und dass sie ihren eigenen W
eg finden müssen, ganz gleich, wohin er sie führen wird. Sie sollen sich nur niemals von irgendjemanden einreden lassen, dass sie etwas nicht können, und sie sollen sich vor allem von niemandem aufhalten lassen! Das ist mir ganz wichtig zu vermitteln. Glaubt an eure Träume und Ziele! Träume zu verwirklichen, ganz gleich welche es auch sein mögen, ist das Wichtigste, was ich jedem Kind raten kann! Und ich wollte meinen bald sechs Enkeln etwas hinterlassen, worauf sie stolz sein können😊: einen Großvater, der sie in die schönste Fantasiewelt entführt, die er selbst für möglich hält.
Was verbinden sie mit Ihrem Buch?
Die Lust auf Abenteuer gemischt mit wahrer Geschichte. Also: „Adventure meets History“. Ich liebe die Geschichte der Welt und die dazugehörigen prominenten Persönlichkeiten aus den letzten Jahrhunderten und Jahrtausenden… Es ist mir ein großes Anliegen, den Lesern die Berühmtheiten unserer vergangenen Weltgeschichte in einem völlig neuen Kontext näherzubringen und sie einer fiktiven Figur wie Eliot Holtby an die Seite zu stellen. Sie helfen ihm bei seinen Reisen in die Vergangenheit – dabei werden reale Fakten von mir mit meiner Fantasie verwoben, und wenn ich damit nur ein paar Leser dazu bringen kann, sich vielleicht mit Galileo Galilei, Johann Sebastian Bach, Cäsar, Shakespeare und vielen anderen auseinanderzusetzen, bin ich glücklich. Ich selbst wäre sehr gerne wie Eliot gewesen, als ich so alt war wie er, war es aber (leider) nie😊 Er ist mutig und abenteuerlustig, hat vor wenig Angst und sieht meistens das Gute in allem, was ihm passiert. Er ist ein kleiner Draufgänger und Macher, ein fröhlicher Junge, der ziemlich stur sein kann und alles umsetzt, was er sich in den Kopf gesetzt hat. Das sind Charaktereigenschaften, die ich wahnsinnig schätze. Und er ist irre neugierig. Im beste Sinne neugierig auf alles Neue – er hat Lust aufs Leben, er ist für seine Freunde da und er kämpft für Gerechtigkeit. Und wenn meine Leser das auch so sehen, und ein bisschen wie Eliot und seine wunderbaren Freunde Abigail und Florens sein wollen, dann habe ich schon ganz viel erreicht.
Wer hat sie dazu gebracht, den Fantasyroman zu schreiben?
Das Buch zu schreiben kam ganz allein aus mir heraus und entsprang meiner Fantasie, die anscheinend sehr groß ist😊. Niemand hat mich gedrängt, einen Roman zu schreiben – das kam aus tiefstem Herzen von mir selbst. Ich wollte der Welt eine Geschichte hinterlassen, die, hoffentlich, auch in 50 oder 100 Jahren noch gelesen wird. „Eliot Holtby“ wird eine Buchreihe, für die ich mir ganz persönlich wünsche, dass sie ganz viele Kinder und Erwachsene dazu inspiriert, mit großen Augen durch die Welt zu gehen, Abenteuer für möglich zu halten und weiterhin an das Gute auf dieser großartigen Erde zu hoffen und auch dafür zu kämpfen. Für dürfen diese Welt nicht den Pessimisten, den Zerstörern und den Lügnern überlassen. Wir alle zusammen müssen wir das Gute und das Schöne kämpfen, für Demokratie und Menschenrechte, und für die Freundschaft. Das ist für mich eine zentrale Botschaft in meinem Buch: Freundschaft und Zusammenhalt sind die Grundpfeiler eines glücklichen Lebens und ganz, ganz wichtig für jeden von uns.
Sind Sie bereit, Ihr Buch in andere Sprachen umzuwandeln?
Die Umwandlung auch in andere Sprachen ist immer eine Angelegenheit, die der Verlag zu verantworten hat, und es ist auch deren Aufgabe. Da die Rechte meines Romans beim Verlag liegen, hat er auch die Möglichkeit, mein Buch an andere, ausländische Verlage weiter zu verkaufen. Und die entscheiden dann über eine Übersetzung in deren Landessprache. Natürlich würde ich mich riesig darüber freuen, wenn mein Buch auch in vielen weiteren Sprachen erscheinen würde. Das hängt aber immer davon ab, ob ein ausländischer Verlag Interesse daran hat, das Buch in seinem Land zu veröffentlichen. Es wäre wundervoll, wenn Eliot Holtby auch in Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und vielen weiteren Weltsprachen herauskommen würde😊
Kommen Sie nächstes Jahr wieder zur Retrobörse im Technik Museum Speyer? Sie wird vom 30. bis 31. Januar 2027 stattfinden.
Wenn ich eingeladen werde, komme ich sehr, sehr gerne wieder nach Speyer. Denn es war einfach nur schön, aufregend, lustig und ich habe so viele wunderbare Menschen dort kennenlernen dürfen, dass es mir eine Ehre wäre, wieder dabei sein zu dürfen. Eventuell bin ich sogar schon Ende September wieder in Speyer beim Science Fiction Treffen am 26. Und 27. September 2026… da laufen gerade die Verhandlungen😊
Ich würde mich sehr freuen, wenn ich Dich und Deine Freunde dort wiedersehen könnte!!! Bringe gerne Deine Freunde aus deiner Schule und deiner Schülerzeitung mit – es wäre mir eine Ehre, euch dort zu sehen.
Danke Ihnen, Herr Rosenberg, für das Interview. Mehr Infos – hier klicken https://marcrosenberg.de/
Interviewfragen von Alexander
Fotos von Marc Rosenberg