Schülerinnen und Schüler haben im Sommer neue Vertrauenslehrerinnen und -lehrer gewählt. Wir wollten wissen, welche Aufgaben Frau Behmel und Herr Görgen-Sprau zu erledigen haben und bei welchen Themen sie angesprochen werden.
Sie heißen Vertrauenslehrerin oder -lehrer: Warum kann man Ihnen vertrauen?
Herr Görgen: Man kann uns natürlich vertrauen. Wenn es ein Anliegen gibt, dann behandeln wir es vertrauensvoll und gemeinsam überlegen, wie man damit umgeht. Wir erzählen es natürlich nicht den Kollegen oder Klassenkameraden.
Waren Sie schon mal Vertrauenslehrerin oder -lehrer?
Frau Behmel: Das ist mein erstes Mal als Vertrauenslehrerin.
Herr Görgen: Ich war schon an meiner früheren Schule Vertrauenslehrer – und zwar an der Hauptschule in Ludwigshafen. Ich bin 2013 hier an die IGS gekommen. Da waren andere Vertrauenslehrer. Dann bin ich irgendwann mal gewählt worden. Ich glaube, es ist jetzt schon die dritte oder vierte Amtszeit.
Wie lange dauert es von einer Wahl zur nächsten?
Eigentlich findet die Wahl jährlich statt. Aber wir haben uns als Schülervertretung (SV), mit der wir zusammenarbeiten, eine Satzung gegeben, in der steht, dass man die SV und uns versetzt alle zwei Jahre wählt – also in einem Jahr die Vertrauenslehrer, im anderen die SV. So können die Schüler und wir länger zusammenarbeiten.
Was sind Ihre Aufgaben?
Frau Behmel: Unsere hauptsächlichen Aufgaben sind, dass wir mit der SV arbeiten und sie bei ihren Projekten unterstützen.
Herr Görgen: Man sagt zu uns auch Verbindungslehrer, weil wir uns auch mit Erwachsenen, also Lehrern, auseinandersetzen. Da unterstützen wir auch. Wir brauchen auch oft die Schulleitung oder andere Lehrerkollegen, weil manche Ideen nicht sofort umzusetzen sind. Deswegen sind wir Bindeglied zwischen Schülern und Lehrern und der SV. Ihr kriegt ja mit, was die SV so macht: Die Faschings- oder Halloweenparty, oder aktuell gibt es das Projekt, die Toiletten zu verschönern. Die aktuelle SV möchte auch einen Getränkeautomaten an der Schule einrichten. Dabei unterstützen wir.
Wieso wollten Sie Vertrauenslehrerin oder -lehrer werden?
Frau Behmel: Also ich wurde gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. Dann dachte ich mir, dass es eine schöne Aufgabe ist, weil man ja mit den Schülern zusammenarbeitet.
Herr Görgen: Die SV fragt immer verschiedene Kollegen ab, wer Interesse hätte. Daraus ergibt sich dann die Kandidaten, die von allen Schülern gewählt werden (früher waren es die Klassensprecher).
Mit welchen Themen kommen die Schüler oder die Schülervertretung zu Ihnen?
Herr Görgen: Entweder mit Ideen, die sie einbringen wollen, oder – sehr selten – bei Schwierigkeiten mit Lehrern oder bei Streit zwischen Schülern.
Frau Behmel: Aktuell beschäftigt die SV die Themen Toilettenverschönerung und ein Getränkeautomat.
Herr Görgen: Die Schüler merken dann auch, dass die Sachen nicht von heute auf morgen gehen und dass man immer auch viel nachfragen muss über die Schule hinaus, Genehmigungen braucht und dass es von der Idee zur Umsetzung oft ein langer Weg ist. Dabei lernt man, nicht nur Probleme anzusprechen, sondern auch dafür zu kämpfen. Das ist oft ein langer Weg. Da verlieren die Schüler manchmal die Lust daran. Deswegen ist es toll, wenn wir Schüler haben, die viel in ihrer Freizeit für andere einsetzen. Das ist besonders und macht die Arbeit als Vertrauenslehrer schön. Das macht mir am meisten Freude an der SV-Arbeit.
Hatten Sie schon einmal einen Fall oder ein Problem, das Sie nicht lösen konnten?
Frau Behmel: Ich bin erst sehr kurz im Amt, da ist noch nichts vorgekommen.
Herr Görgen: Es kommt seltener vor als man glaubt. Durch das Tutorenprinzip an unserer Schule fangen die Tutoren schon viele Anliegen auf. Ab und zu habe ich vermittelt und Gespräche geführt, wenn ein Schüler sich von einem Lehrer ungerecht behandelt oder missverstanden gefühlt hat oder bei Streit mit Freunden Stress und Ärger nicht mehr weitergekommen ist. Das ist eher selten. Unsere Hauptarbeit ist es, mit der SV an Projekten zu arbeiten, wie man Schule verändern oder schülergerechter gestalten kann.
Hatten Sie schon einmal einen Fall mit einem Problem zwischen Schüler und Lehrer?
Herr Görgen: Ja, es gab schon einmal eine Situation, in der sich ein Schüler oder eine Schülerin nicht mehr zu helfen gewusst hat und mit mir sprechen wollte, weil es immer Ärger mit einem Lehrer gab. Das konnten wir in einem Gespräch lösen, so dass das Missverständnis, das es zwischen beiden gab, geklärt wurde.
Vielen Dank, Herr Görgen und Frau Behmel.
Liebe Schülerinnen und Schüler, wendet euch bei Problemen und wenn ihr ein vertrauensvolles Gespräch braucht, gern an Herrn Görgen oder Frau Behmel.
Interview von Lea und Nathan
Foto von Herrn Görgen-Sprau

